Weinreb Stiftung

Seitenanfang: Liste der Access-Keys

Inhalt:

40 Jahre Friedrich Weinreb Stiftung

1980 gründete Friedrich Weinreb zusammen mit der Zürcher Mäzenin und Psychotherapeutin Marian von Castelberg eine Stiftung, um sein Werk zu repräsentieren und zu bewahren. Seither hat die Stiftung eine bewegte und reiche Zeit durchlebt mit einigen Veränderungen. Von Eugen Baer  



Mit grosser Freude feiern wir dieses Jahr das 40ste Jubiläum der Weinreb Stiftung. Alle, die das Werk von Friedrich Weinreb ein wenig kennen, wissen, dass die Zahl 40 die Bewegung in der Zeit bedeutet, und einiges ist in diesen Jahren geschehen. Marian von Castelberg und Friedrich Weinreb gründeten die Stiftung 1980 mit der Aufgabe, das Werk Weinrebs zu fördern, es zu erhalten und zu verbreiten. Bei der amtlichen Registration war auch Dr. Heini Ringger anwesend, der spätere langjährige Präsident der Stiftung. Zur Gründungszeit und für manche Jahre später war Weinrebs Wirken im „Brunnenhof“, Marian von Castelbergs grosses Haus in Zürich, ein wahres multikulturelles Kulturzentrum, wo neben Weinrebs schriftstellerischer Tätigkeit auch viele Gespräche auf internationaler Ebene stattfanden.


            Seither hat sich manches geändert. Mit den Jahren war es manchmal nicht leicht, das richtige Format für die Stiftung zu finden. Unter Präsident Dr. Heini Ringgers Leitung steuerte die Stiftung einen Kurs der Mitte, das heisst, die Vermittlung des literarischen Erbes von Weinreb war nicht bloss als eine rein kausale Angelegenheit gedacht. Es sollte eine Verbindung angestrebt werden zwischen dem Verstehen seines Werkes und dem eigenen Erleben. Die Stiftung war zugleich immer offen zum Unerwarteten, zu Zufällen, die nicht kalkuliert werden konnten. Weinreb war der Ansicht, dass die Wirkungskraft seines Werkes rein kausal nicht zu bestimmen war. Auch für den Stiftungsrat war es durch die Jahre immer wieder auffallend, wie sich plötzlich Leute meldeten, die auf ganz unerwartete Weise auf das Werk Weinrebs gestossen waren.          


            Vor zehn Jahren fiel das 30ste Jubiläumsjahr der Stiftung mit dem 100sten Geburtstag von Friedrich Weinreb zusammen. Das war ein besonderer Meilenstein für die Stiftung und wurde mit zwei Tagungen gewürdigt. Zuerst wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Christian Rutishauser SJ, der übrigens dieses Jahr einen Vortrag auf der Weinrebtagung im November 2020 halten wird, im Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn bei Zug eine Tagung mit dem Thema "Friedrich Weinreb zum 100. Geburtstag" abgehalten. Danach organisierte die Friedrich Weinreb Stiftung im Rahmen der jährlichen Weinrebtagungen auf der Insel Reichenau eine Jubiläumstagung mit dem Titel "Die heilende Kraft im Wort".


Seither ist wiederum einiges geschehen, inzwischen musste die Stiftung auch ihren Ort in Zürich verlassen und nach Winterthur umziehen. Der neue Ort und eine Verjüngung des Stiftungsrates belebten die Stiftung mit neuen Ideen und Projekten, unter anderem einem neuen Format der Reichenau Tagung und mehr Kollaboration mit dem Publikum.


            Und nun, wie soll es mit der Stiftung weitergehen? Die Zahl 40 besagt doch ein ständiges Weitergehen. Gemäss der Neuorientierung der Stiftung für eine vermehrte Zusammenarbeit mit allen, die sich für Weinrebs Werk interessieren, möchte der Stiftungsrat von allen hören. Friedrich Weinreb lehrte, dass das Ewige hier auf vielen Wegen erscheinen kann. Die Stiftung sollte sich daher im Prinzip diesen vielen Wegen öffnen, sonst masst sie sich an, den Weg hier zu "wissen". Vom Ewigen her geleitet, darf man und müsste man ganz ruhig neue Wege angehen. Dies im Vertrauen, dass die Saat des Weinrebschen Erzählens ganz neue, uns zur Zeit nicht vorstellbare Bäume des (Er)Lebens hervorbringen kann.


Eugen Baer, März 2020



zurück zur Übersicht